Ipf- und Jagst-Zeitung vom Montag, den 22. Januar 2018

Dem Hobby Modellbahn fehlt die Jugend

Von Josef Schneider

ELLWANGEN-SCHREZHEIM – Liebhaber von Modelleisenbahnen sind am Samstag bei der 36. Modelleisenbahnbörse in der Sankt-Georg-Halle in Schrezheim wieder voll auf ihre Kosten gekommen. Die Händler kamen aus dem ganzen süddeutschen Raum und brachten ein reichhaltiges Sortiment an Neu- und Gebrauchtwaren mit.

Veranstalter der Börse waren die Modelleisenbahnfreunde Ellwangen. Und Vorsitzender Thomas Burkert zeigte sich trotz des ungemütlichen winterlichen Wetters zufrieden mit dem Besuch. Im Angebot waren vor allem Modellbahnen, Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven, Modellbahnzubehör und maßstabsgetreue Modellautos.

„US-Fahrzeuge gehen heute gut“, berichtete Christoph Remmele. Der Ellwanger Stadtarchivar hatte bei der Modellbahnbörse zusammen mit Kulturamtsleiter Anselm Grupp einen Verkaufsstand, wo er einige US-Güterwagen an Interessenten verkaufte. „Ich bin seit 35 Jahren in dem Geschäft dabei, und da sammelt sich einiges an“, erzählte er. Insbesondere Güterwagen sortierte Remmele deshalb aus, denn: „Manchmal muss man sich auch von was trennen und Platz machen.“

Viele Eisenbahnfreunde sind schon im Rentenalter

Was ihm bei der Börse auffiel, waren die vielen älteren Männer, die meisten im Rentenalter. „Die Jugend fehlt ein bisschen, die 15- bis 20-Jährigen auf jeden Fall“, bemerkte der Stadtarchivar. Hoffnungsfroh hingegen zeigte er sich mit Blick auf einige Kinder, die mit ihren Vätern unterwegs waren. Es gebe also doch Nachwuchs.

Mit seinen 65 Jahren zählt Volker Pudör aus Ellwangen zu den Älteren. „Ich bin Modellbahner durch und durch und seit meiner Kindheit Modelleisenbahnfan“, berichtete er. In seiner Miniwohnung steht eine etwa zwei Quadratmeter große Anlage, an der er ständig bastelt und konstruiert. „Das ist der absolute Ausgleich zu meiner Caritas-Arbeit“, verriet Pudör, der sich ehrenamtlich bei den „Orten des Zuhörens“ engagiert. Auf der Modelleisenbahnbörse, die er regelmäßig besucht, wurde er dieses Mal nicht fündig. „Heute bin ich anscheinend etwas leer ausgegangen“, konstatierte er.

Aber einen Katalog, der ihm noch fehlte, nahm er mit. Grund für seinen diesmal ausbleibenden Erfolg war, dass die Spurweite seiner Modellbahn auf dem Markt in Schrezheim „nicht so vertreten“ gewesen sei. „Ich gehöre zur Spurweite TT 1:120“, sagte er. Diese Spurweite sei in Westdeutschland nicht sehr populär gewesen, in der ehemaligen DDR hingegen schon mehr.

Als Ergänzung der Börse wurde eine vereinseigene digitale Modellbahnanlage, eine Gleichstrom-Modul-Anlage, im Fahrbetrieb gezeigt.

Bild von der Börse vom 20.01.2018 Bildunterschrift: Bei der Modelleisenbahnbörse in der Sankt-Georg-Halle in Schrezheim war auch eine Anlage der Modelleisenbahnfreunde Ellwangen im Fahrbetrieb zu sehen.   FOTO: JOSEF SCHNEIDER

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